Selbstversuch plastikminimalistisch leben

Mit Naturverbundenheit kommen oft auch Gedanken an den Umweltschutz, an Nachhaltigkeit und Ökologie. Am auffälligsten sind heutzutage die Müllberge aus Kunststoffen. Fast überall wird Kunststoff als Verpackung oder Polsterung eingesetzt. Selbst das Bio-Gemüse wird per Kunststoff vorm Vertauschen geschützt. 60.000.000 t Kunststoff wurden 2016 in Europa produziert, ca. 27.100.000 t wurden zu Müll. Mikroplastik ist momentan in aller Munde - inzwischen nicht nur sinnbildlich sondern auch real.

Bisher höre ich von Selbstverpflichtungen statt Verboten gegen bestimmten Plastikeinsatz. Es gibt eine Selbstverpflichttung vom Handel, große Plastiktüten nicht mehr kostenlos abzugeben. Doch für die Herstellung der alternativen Papiertüten soll die Umweltbelastung höher sein, weil Reißfestigkeit mehr Aufwand erfordert. Baumwollbeutel müssten einer Studie zufolge über 100 Mal wiederverwendet werden, bis ihr ökologischer Fingerprint besser ist als bei der Plastiktüte.

Es gibt auch eine Selbstverpflichtung der Industrie, Mikroplastik nicht mehr in Kosmetika einzusetzen. Jedoch definiert die Industrie Mikroplastik nur im Sinne fester Partikel. Flüssige Kunststoffe sind davon ausgenommen. Produkte mit Mikroplastik gibt es immer noch, weil nicht alle Hersteller mitmachen.

Als Verbraucher ist man durch Nachfrage (Bequemlichkeit) einer der Hauptverursacher für die Verpackungsmüllberge. Ich beschäftige mich hier mit dem Thema Plastik-Müllvermeidung. In dieser Rubrik findet ihr meine Erfahrungsberichte.

Was ich will

  1. Ich will den bei mir anfallenden Kunststoffmüll deutlich reduzieren.
  2. Ich will Kunststoffprodukte im Haushalt entfernen, die Plastik ins Essen abgeben können.
  3. Ich will alle Kosmetika mit potenziell schädlichen Inhaltsstoffen aufgeben oder ersetzen.

Was ich nicht will

  1. Ich will nicht dogmatisch auf Bio-Produkte umstellen.
  2. Ich will keinen Big-Bang Ansatz und von heute auf morgen plötzlich alles ändern.
  3. Ich will Plastik aus dem Haushalt nicht komplett verbannen.

Unterrubriken:

Geocaching: Bonus for Cleaning Kunststoff-Wissen Kunststoff-Ersatz Haushaltsmittel DIY
Heil- und Gewürzpflanzen Konservieren Kosmetik DIY Nützliche Apps
Rezepte für Getränke Rezepte zum Backen Rezepte zum Kochen Handwerkern und Upcycling

 

Beim Endverbraucher entsteht viel Kunststoffmüll durch Verpackungsmaterial. Das wird bei einem Blick in den Gelben Sack sehr schnell klar. Genau hier setze ich an.

Zunächst eine Bestandsaufnahme für das Badezimmer. In diesem Fall ein Männerbadezimmer. Frauenbadezimmer und Familienbadezimmer hätten eine etwas üppigere Statistik. Letztens habe ich gesehen, wie jemand eine ganze Kiste aus dem Bad aussortiert hat. Alles Kosmetik und Make-up, das durch die Prüfung mit der CodeCheck App durchgefallen war.

Eisbergsalat in FolieIn der Küche fällt am meisten Verpackungsmüll im Haushalt durch die Lebensmittel an. Der Handel flippt bei Industrieverpackungen für Obst und Gemüse geradezu aus.

Ich habe mir mal alles mit Kunststoff angesehen und eine ziemlich lange Liste erhalten.

Meine Küche ist dadurch charakterisiert, dass ich sehr viel selber Koche und Backe. Daher schlagen jegliche Müllquellen bei Obst und Gemüse sofort bei mir durch.

Saisonkalender ObstMöchte man regional und abwechslungsreich sein Obst kaufen, sollte man auch wissen, wann Erntesaison ist. Zu dieser Zeit ist die Chance hoch, dass regionale Produkte am Obststand zu haben sind und man auch die regionale Landwirtschaft unterstützen kann. Noch höhere Trefferquoten hat man sicherlich auf Märkten, wo die Erzeuger direkt verkaufen.

Die Verbraucherzentralen bringen mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft seit mehreren Jahren einen Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse heraus.

Saisonkalender GemüseMöchte man regional und abwechslungsreich sein Gemüse kaufen, sollte man auch wissen, wann Erntesaison ist. Zu dieser Zeit ist die Chance hoch, dass einheimische Produkte am Gemüsestand zu haben sind und man auch die regionale Landwirtschaft unterstützen kann. Noch höhere Trefferquoten hat man auf Märkten, wo die Erzeuger direkt verkaufen.

Die Verbraucherzentralen bringen mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft seit mehreren Jahren einen Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse heraus.

Kohlrabi unverpacktSeit August 2018 habe ich Obst- und Gemüsekäufe auf unverpackte Ware umgestellt. Industrieverpackungen (Plastikdosen und -schalen) Folienverpackungen und Plastiktüten kommen mir nicht mehr in den Wagen. Relativ schnell war klar, dass es unverpackt am einfachsten im Bio-Markt gibt. Aber auch beim Discounter und im Supermarkt bekommt man unverpacktes Obst und Gemüse. Muss es denn überhaupt Bio sein?

Inhaltsstoffe KosmetikproduktIm Rahmen der Recherche zu Mikroplastik habe ich mit der CodeCheck App die Produkte im Badezimmer überprüft und bin von einer Ohnmacht in die nächste gefallen. Dieses Thema hatte ich ursprünglich gar nicht auf dem Radarschirm. 

Ich möchte Euch mit der nachfolgenden Liste anregen, Eure Kosmetikprodukte selber zu prüfen und gegebenenfalls gegen andere Erzeugnisse auszutauschen.

Müllreduzierung in 8 MonatenIm August 2018 habe ich begonnen, meinen täglichen Konsum auf Produkte ohne Plastikverpackung umzustellen. Der größte Teil des Müllberges kam bis dato vom Obst und Gemüse. Einen großen Gelben Sack pro Monat Plastikmüll! Früher hatten die Mieter unseres Hauses eine Gelbe Tonne zur Verfügung. Inzwischen sind es zwei! Und diese zwei Tonne sind immer voll. Sie sind quasi schon 2 Tage nach dem Abholen voll und dann muss man 12 Tage warten. Es hat mich so genervt, dass ich einen Schlussstrich unter dem Müll gezogen habe.

preisreduzierte LebensmittelKnapp 11 Mio Tonnen Lebensmittel landes jedes Jahr auf dem Müll. Das ergab eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. 61% der Abfälle entstünden in Privathaushalten, 17% in der Industrie, 17% bei Großverbrauchern und 5% im Handel.

Die FAO, das ist die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, schätzt, dass weltweit rund ein Drittel der Lebensmittel verloren gehen oder weggeworfen werfen. Das fängt auf dem Feld an, geht über Transport, Verarbeitung, Konservierung, Lagerung, den Handel und endet beim Verbraucher, der Großküche oder dem Restaurant.

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von Christoph Schulz.

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