Kohlrabi unverpacktSeit August 2018 habe ich Obst- und Gemüsekäufe auf unverpackte Ware umgestellt. Industrieverpackungen (Plastikdosen und -schalen) Folienverpackungen und Plastiktüten kommen mir nicht mehr in den Wagen. Relativ schnell war klar, dass es unverpackt am einfachsten im Bio-Markt gibt. Aber auch beim Discounter und im Supermarkt bekommt man unverpacktes Obst und Gemüse. Muss es denn überhaupt Bio sein?

Auslöser meines Selbstversuches war der monatliche Aufreger über die überquellenden gelben Tonnen in meinem Haus. Dort fand mein Gelber Sack in der Regel keinen Platz und ich musste bis zur Tonnenleerung warten. Und dann natürlich rasch hinspurten, um noch Platz zu finden. Vor wenigen Jahren gab es in unserem Haus noch EINE Gelbe Tonne. Die quoll immer über. Auch die zwei Mülltonnen wurden immer übervoller. Aus Platzmangel wurden dann unsere zwei Altglastonnen (Weißglas und Grünglas) abgeschafft und statt dessen eine Mülltone und eine Gelbe Tonne zusätzlich aufgestellt. Nun kann man sich ausmalen, wie in ca. 5-8 Jahren das Müllaufkommen in einem gewöhnlichen Mehrfamilienhaus zugenommen hat.

Es scheint so, dass viele Leute, die auf "unverpackt" achten meist auch fast nur im Bio-Markt kaufen. Das Ganze dann noch mit Veganismus ergänzen und vielleicht mit Minimalismus und Nachhaltigkeit abrunden. Aber vielleicht ist dieser Personenkreis auch einfach nur sehr aktiv auf Blogs und Social Media. Daher fand ich es hilfreich, gleich am Anfang meine Ziele festzulegen. Der Knackpunkt war die Plastikmüllvermeidung. So konnte es nicht weitergehen. Nach jedem Einkauf türmten sich Berge von Abfall.

6 Monate später ist mein Müllberg ein Maulwurfshügel. Inzwischen habe ich die Einkäufe so umgestellt, dass ich fast alles unverpackt im Supermarkt kaufe und nur die zwangsverpackten Chicorée, Spitzkohl, Brokkoli, Chinakohl und Grünkohl im Biomarkt. Konkret sind dafür nur 2 der 8 Einkaufsmöglichkeiten in meiner Gegend nötig. Zu den Discountern gehe ich eher nicht, weil das Angebot zu oft verpackt und zu klein ist.

Pflaumen, unverpacktIst non-Bio nun ein Problem? Aus meiner Sicht für mich nein. Die Biowaren aus Deutschland reichen momentan nicht für die nationale Eigenversorgung der Nachfrage aus. Inzwischen wird viel aus EU-Ländern und non-EU-Ländern importiert. Wer aufmerksam die Herkunftsdeklaration studiert, weiss das. Spanien, Niederlande, Israel usw. Die weiten Lkw-Transporte sind genau wie bei konventionellen Produkten schlecht für das Klima. In den Anbaugebieten in Spanien wird mit der Avocado beispielsweise eine Frucht gezogen, die dort normalerweise gar nicht wächst. Sie braucht viel Wasser und hat damit eine schlechte Ökobilanz. Regionen mit wenig Wasser leiden unter dem Wasserverbrauch der Landwirtschaft. In der chilenischen Provinz Petorca wurden zum Beispiel Wälder gerodet und es sind Flüsse ausgetrocknet. (2) Für 1 kg Avocados werden global im Durchschnitt ca. 1000 Liter Wasser benötigt. Also 1 qm Wasser für ca. 3 Avocados. (1)

Deshalb kaufe ich vorwiegend regionales Obst und Gemüse. Typischerweise Äpfel, Birnen, Blumenkohl, Brokkoli, Champignons, Chinakohl, Frühlingszwiebeln, Grünkohl, Gurken, Kartoffeln, Kohlrabi, Möhren, Pflaumen, Pack Choi, Porree, Radieschen, Rosenkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Suppengemüse, Weintrauben, Wirsingkohl und Zwiebeln. Aus anderen EU-Ländern kommen oft Birnen, Paprika, Tomaten und Zuccini. Allerdings muss man je nach Monat immer auf die Herkunftsländer schauen, denn die variieren nach Jahreszeit.

Gerne nutze ich auch den Abverkauf der Restbestände am Abend oder vor dem Wochenende. Die Waren würden sonst nur vergammeln und weggeworfen werden. Die Verschwendung von Lebensmitteln durch Entsorgung ist seit Jahren ein heißes Eisen. Da ich immer frisch koche, liegt bei mir nichts mehr herum. Die Einkäufe werden innerhalb 24 Stunden verarbeitet und schon bin ich auf der sicheren Seite. Die reduzierten Preise im Abverkauf kompensieren die teuren Preise beim Bio-Gemüse. Mit diesem System komme ich gut klar und habe preislich im Durchschnitt keine wesentlichen Unterschiede. 

 

1) "Das Märchen von der guten Avocado", Die Zeit, 30.10.2016, abgerufen am 23.02.2019

2) "Dänische Supermärkte streichen Avocados aus Angebot", Der Nordschleswiger, 19.03.2017, abgerufen am 23.02.2019

 

 

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