Müllreduzierung in 8 MonatenIm August 2018 habe ich begonnen, meinen täglichen Konsum auf Produkte ohne Plastikverpackung umzustellen. Der größte Teil des Müllberges kam bis dato vom Obst und Gemüse. Einen großen Gelben Sack pro Monat Plastikmüll! Früher hatten die Mieter unseres Hauses eine Gelbe Tonne zur Verfügung. Inzwischen sind es zwei! Und diese zwei Tonne sind immer voll. Sie sind quasi schon 2 Tage nach dem Abholen voll und dann muss man 12 Tage warten. Es hat mich so genervt, dass ich einen Schlussstrich unter dem Müll gezogen habe.

Während der letzten Monate war das Thema Plastikmüllberge nach wie vor ein viel diskutiertes Thema in den Medien und in sozialen Netzwerken. Manche Lebensmittelhändler haben inzwischen Mehrweg-Obstbeutel *) im Angebot, andere haben Umverpackungen reduziert. Manche Lebensmittelmärkte haben eine Unverpacktlösung für die Fleisch- und Käsetheke gefunden. Aber es ist auch ein Marktverkäufer wegen unverpacktem Verkauf angezeigt worden.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in einer aktuellen Erhebung festgestellt, dass Obst und Gemüse immer noch zu fast zwei Dritteln in Plastik verpackt sind. Stichprobenartig haben die Verbraucherschützer mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband das Angebot an konventionellen Tomaten, Möhren, Paprika, Gurken und Äpfeln in 42 Filialen der wichtigsten acht Lebensmittelhändler überprüft. Genau wie auch in meinem Einkaufsumfeld ist unverpacktes Gemüse und Obst oft teurer. Früchte in Industrieverpackung werden oft zu erstaunlich niedrigen Preisen verscherbelt. Ich frage mich oft, wie daran der Produzent überhaupt etwas "verdienen" kann. Angesichts der Weltreise von manchem Obst und Gemüse wird hier die Gewinnmaximierung wohl nach wie vor auf die Spitze getrieben.

Eine ähnliche Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) hatte der NABU 2017 veröffentlicht: 63% vom Obst- und Gemüse waren damals in Plastik verpackt.

Welche Erfolge gab es in den ersten 9 Monaten?

Von August bis Oktober 2018 habe ich mich in den Märkten meiner Umgebung umgesehen. Ich wollte herausfinden, wo ich welche Alternativprodukte zu welchem Preis bekomme. Fußläufig im 10 Minuten Radius befinden sich bei mir ein Kaufland, ein "gelber" Netto, ein "schwarzer" Netto, zwei Edeka, zwei dm, ein Alnatura, ein Aldi und ein Lidl. Etwas weiter weg noch zwei Asia-Läden und türkische Mini-Supermärkte. Ein Vorteil der Großstadt. Einen Unverpacktladen habe ich keinen in der Umgebung.

Metallmüll vom Monat November
Metallmüll vom Monat November
Plastikmüll vom Monat November
Plastikmüll vom Monat November

Bereits im November 2018 war mein Gelber Sack auf zwei kleine Häufchen geschrumpft. Das Blechhäufchen von 200g bestand im Wesentlichen aus Dosen für Fisch, Kokosmilch und passierte Tomaten. Die 890g Plastikverpackungen waren meist Molkereiprodukte oder Verpackungen von Produkten, die ich vor August 2018 gekauft habe.

So ist das bis heute geblieben: Der Plastikmüll setzt sich fast nur aus Molkereikleinverpackungen zusammen, für die ein Mehrwegsystem der ökologische Supergau wäre. Wer will schon 100e Tonnen Glas für Kleinpackungen durch die Gegend fahren? Ab und zu kaufe ich zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung auch Produkte mit fast abgelaufenem Mindeshaltbarkeitsdatum (MHD). Das beißt sich dann zwar mit meiner Plastikreduzierung, aber Lebensmittelverschwendung ist ökologisch viel schlimmer.

Kunststoffabfall kommt auch noch von Kosmetika. Zahnpasta kann man zwar selber machen, aber ich verwende nach mehreren Versuchen schadstofffreie Kaufprodukte *). Auch Schaumfestiger und Kontaktlinsenreiniger kaufe ich noch. Shampoo, Spülung, Deodorant, Haushaltsreiniger, Plastik-Wattestäbchen, Waschmittel und Weichspüler kaufe ich nicht mehr.

Der Blechmüll besteht bei mir meist aus Kokosmilchdosen *) und Deckeln von Molkereiprodukten.

Im Badezimmer ist die Plastikhandbürste einer Holzhandbürste *), die Flüssigseife einem Seifenstück *) mit Seifenhalter *) gewichen. Waschpulver stelle ich aus Natron, Waschsoda und Kernseife selber her. Auch Abflussreiniger kaufe ich nicht mehr sondern ersetze ihn mit Waschsoda und Essig. Auf Weichspüler verzichte ich komplett. Als Shampooersatz verwende ich Roggenmehl, Spülung brauche ich gar nicht. Es geht aber auch eine saure Rinse. Deodorant kann man selber machen. Statt Plastik-Wattestäbchen kaufe ich Öko-Wattestäbchen in Pappverpackung *)

In der Küche wurden Plastikschneidbretter durch Holz-Schneidbretter *) , Kunststoffschüsseln durch Metallschüsseln *) und Flaschenbürsten mit Plastikborsten durch Öko-Flaschenbürsten aus Naturborsten *) ersetzt. Auch die Geschirrbürste *) ist jetzt aus Holz. Holzkochlöffel *)Holzspieße *), Ausstechformen *), Mehrwegbecher *)Trinkflaschen *) und Nudelholz *) hatte ich bereits. Der Plastikwasserkocher wurde durch einen Glaswasserkocher *) ersetzt. Ich hab keinen Appetit auf Mikroplastik im Wasserkocher. Alle losen Gewürze, Pulver, Tee usw. wurden in Konservengläser mit Twist-off Deckel *) umgefüllt. Sie residieren nun in einem schönen Gewürzständer.

Austernsauce *), Currypaste *), Milch, Joghurt, Brotaufstrich *), passierte Tomaten *), Pizzatomaten *), Essigessenz, Kokosöl *), Olivenöl *), Rapsöl *), Sonnenblumenöl *), Salatcreme *), Mais *), Kichererbsen *), Kidneybohnen *)Bambusstreifen *), Weiße Bohnen *), gebackene Bohnen *), geschnittene Champignons *), Gewürzgurken *) usw. kaufe ich alles in Glas und meist in Bio-Qualität. Letzteres liegt eher daran, dass es die konventionellen Lebensmittel meist in Plastik oder Dose gibt. Den Dosen misstraue ich aufgrund des fehlenden EU-weiten Verbotes von BPA-haltiger Innenbeschichtung.

Im Haushalt mache ich Haushaltsreiniger selber. Der kaputte Wischmopp wurde ersetzt durch einen Holz-Schrubber mit Bodenwischtuch. *) 

 

Mein Müllaufkommen ist deutlich gesunken. Erst nach 8 Monaten war der Gelbe Sack mit Plastik- und Blechmüll voll. Vorher hätte ich da mindestens 8 Säcke gehabt. Ein voller Gelber Sack wiegt bei mir knapp über 6 kg.

Müllreduzierung in 8 Monaten
Müllreduzierung in 8 Monaten

 

 

 

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