Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Von Niederfinow aus kann man ziemlich lange Wanderungen durch den Wald unternehmen und ist gar nicht so weit weg von der Zivilisation. Das schöne dabei ist die bequeme Anreisemöglicheit mit dem Nahverkehr. An- und Abreisebahnhof liegen innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Das Schiffshebewerk liegt außerhalb der Wanderung. Dafür kann man einen Blick in eine Straußenfarm werfen, was es auch nicht alle Tage gibt.

Niederfinow ist eigentlich wegen dem alten und neuen Schiffshebewerk immer eine Reise wert. Wer mit dem Auto anreist, findet direkt neben dem alten Hebewerk einen großen Parkplatz.

Hinweis: Wer mit der Bahn kommt, sollte wissen, dass es bis zum Hebewerk noch ein Weg von ca. 2,6 km die L29 enlang ist. Neben dem Parkplatz gibt es viele Imbisstände und ausreichend Platz zum Sitzen, so dass man auch ohne Wanderung mehrere Stunden verbringen kann.

Hinweis: Bei der Anreise aus Berlin sollte man beachten, dass es zwei verschiedene Verbindungen gibt, die sich in ihrer Fahrzeit deutlich unterscheiden! Die Verbindung über Eberswalde dauert etwas über 1 h. Die zweite Möglichkeit ist über Frankfurt/Oder und von dort wieder zurück nach Niederfinow mit ca. 3h Fahrzeit. Ich halte es für nicht empfehlenswert, für die kurze Reiseroute die doppelte Fahrzeit zu investieren. Sie wird in der Bahnauskunft vermutlich nur wegen der versetzten Taktung angezeigt.

Bei dieser Wanderung geht es aber nicht zum Hebewerk sondern in entgegengesetzte Richtung nach Hohenfinow und dann nach Eberswalde. Die Strecke ist meist schattig und ruhig, bis auf eine Ausnahme, doch dazu später.

Vom Bahnhof Niederfinow geht es auf der Straße Am Bahnhof zur L29. Ein kleines Stück nach rechts auf der L29 und dann rechts in den Mühlenweg einbiegen. Hier kann man einen Blick auf das Gebäude der ehemaligen Wassermühle Hohenfinow werfen. Erste urkundliche Erwähnungen gehen ins 13. Jh. zurück. Leider kann man von der Mühle nicht mehr allzuviel sehen. Sie wurde 1956 still gelegt. Später wurde nutzbares Inventar entfernt und anderweitig eingesetzt. Heute sind die Gebäude in Privatbesitz.

Knifflig wurde es am Ende vom Mühlenweg. Hier endet die Straße auf einer großen Wiese ohne Pfad. Lt. Karte hätte ich einen Weg auf oder neben der Wiese erwartet. Ich bin mit dem Navi dem eingezeichneten Weg gefolgt, habe die Wiese überquert und dann am Waldrand erst einen erkennbaren Pfad gefunden.

Wassermühle Hohenfinow
Kaisereiche

Der Waldstreifen zwischen Niederfinow und Hohenfinow war zum Zeitpunkt der Wanderung ziemlich zerzaust vom letzten Herbststurm. Der Weg ist ein ungepflegter aber markierter Wanderweg (gelber Balken auf weißem Grund). Später wechselt die Kennzeichnung zu einem blauen Balken. Hierbei könnte es sich um den Wanderweg vom Schloßpark Hohenfinow handeln. In diesem Waldbereich waren umgestürzte Bäume schon länger nicht beräumt worden. Auch die Reste einer ehemaligen inzwischen verwitterten und unleserlichen Waldlehrtafel waren zu entdecken. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass dieser Teil eines lokalen Wanderweges schon seit langer Zeit nicht mehr gepflegt wird.

Highlight dieser knapp 1 km langen Strecke ist die Kaisereiche. Dazu muss man den Weg nach ca. 700 m verlassen und links den Hügel hinauf ca. 100 m laufen. Es war leider nichts ausgeschildert. Auch hier half nur das Navi. Die Kaisereiche ließ Kaiser Wilhelm der II. am 8. Mai 1890 pflanzen. An diesem Ort hatte er noch als Kronprinz Wilhelm von Preußen am 9. September 1877 seinen ersten Rehbock geschossen. Ein verwitterter unleserlicher Gedenkstein erinnert noch heute daran. Die Eiche steht als einzelner Baum ohne Konkurrenz am Waldrand und hat sich zu einem überaus stattlichen Baum entwickelt.

Straußenfarm Liebenstein
Kirche Hohenfinow

Die Straußenfarm Liebenstein findet man in Hohenfinow an der Straße "Weg zum Liebenstein". Die Gehege liegen am Ortsausgang auf einer großen Wiese. Man kann von der Straße aus den Vögeln zusehen. Rundgänge sind nur als angemeldete Führung möglich. Der Hof hat in der Regel ab 10 Uhr geöffnet. Ich war leider zu früh dort und es war noch geschlossen. Der Hof bietet Straußenartikeln und -produkte, wie Straußeneier, Straußenfleisch, Straußenwurst bis hin zum Staubwedel zum Kauf an. Ein Blick auf die Homepage gibt weitere Informationen.

Die Kirche in Hohenfinow geht wie die Wassermühle auf das 13. Jh. zurück. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1621. Die Orgel aus dem Jahr 1887 wurde 2009 restauriert und wieder eingeweiht. Ca. 20 min dauert der Weg durch Hohenfinow entlang an Land- und Bundesstraße - teilweise mit und ohne Gehweg. Am Ortsausgang von Hohenfinow geht es ein Stück durch landwirtschaftliches Gebiet. Nach ein paar hunder Metern beginnt wieder Wald, der bis Eberswalde führt. Hier kann man wieder sehr bequem wandern. Der Weg ist zweispurig befestigt. Er weist keine Wandermarkierungen auf. Man findet auf der gesamten Strecke auch keine Rasthütten oder Bänke.

Die Waldabteilungen sind sehr abwechslungsreich. Es geht über Kiefernwald, Mischwald, reinen Buchen- und Birkenwald bis hin zu sehr großen und alten Eichen. Gerade im Herbst ist eine Wanderung durch die Farbenpracht der Blätter im Sonnenlicht einfach herrlich.

Das nervige in diesem Wald ist eine Schießanlage südlich von Eberswalde. Die Schüsse hört man allerdings schon südlich von Tornow im Wald. Also wird man quasi 5 km lang von Schüssen genervt - wenn gerade geschossen wird.

Pilze
Die Schwärze

Kurz vor Erreichen von Eberswalde musste ich die geplante Strecke ändern. Der Herbststurm hatte hier am Waldrand so große Schäden angerichtet, dass ganze Abteilungen gesperrt waren und fleißig gesägt wurde. Ich bin südlich um den Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde herum gelaufen, dann ein Stück auf der L200 hinter der Leitplanke entlang und anschließend in der Niederung der Schwärze Richtung Innenstadt. Die Niederung entlang am Bach kann ich nicht empfehlen. Sehr schmal, rutschig, Balanceakt über alten rutschigen Baumstamm, beliebig viele Mücken.... okay, zur Entschädigung gibt es  Bieberbehausungen. Aber es kann genauso passieren, dass man nicht weiter kommt. undecided

Alternativen: Wenn der Wald freigegeben ist, empfehle ich den Waldkampus nördlich zu Umwandern. Dann landet man direkt auf der Mertensstraße. Wer südlich wandert, sollte nicht die Niederung entlang gehen sondern von der L200 den Schwappachweg nehmen, dann links abbiegen und nach ein paar Metern rechts zur Lehrförsterei. Lt. Karte gibt es hinter der Försterei eine Brücke über die Schwärze und man kommt zur Ruhlaer Straße.

 

Zuletzt gefahren: 14.10.2017
Länge: ca. 18 km
Fahrzeit: ca. 5h ohne Pausen
Typ: Streckenkurs
Routenverlauf: Niederfinow, Wassermühle Hohenfinow, Kaisereiche, Hohenfinow, Straußenfarm, Eberswalde
Besondere Hinweise:
Warnung vor Mücken Warnung vor Sonne Warnung vor Zecken
Landschaft:
(vereinfacht)
ackergeprägte Kulturlandschaft, grünlandgeprägte Kulturlandschaft, Waldlandschaft, Siedlungs- und Infrastrukturgebiet
Wegtypen: Bundesstraße mit Gehweg
Landstraße mit/ohne Gehweg
Ortsstraße
land- oder forstwirtschaftlicher Weg
Wegbeschaffenheit: Asphalt, Pflaster, Kopfsteinpflaster, verdichteter Sand/Kies, Grasweg, wurzeldurchsetzter Waldweg

 

Kartenüberblick:

Karte für Tour 218: Wanderung Niederfinow-Hohenfinow-Eberswalde

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 218: Wanderung Niederfinow-Hohenfinow-Eberswalde

 

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (218_wanderung_niederfinow-hohenfinow-eberswalde.gpx)218_wanderung_niederfinow-hohenfinow-eberswalde.gpx[Track 218 mit ca. 500 Trackpunkten]52 kB25 Downloads

Kommentar schreiben

Bitte wahren Sie einen respektvollen Umgang. Es gelten die Netiquette: https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

Sicherheitscode
Aktualisieren