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Wegkennzeichen MalerwegAuf Etappe 4 vom Malerweg hielt die Natur eine Überraschung für mich bereit. Herrlich urige Schluchten. Bei meinen Wanderungen der vergangenen Jahre weiter südlich gab es das gar nicht. Ich war bisher wegen der Fernzuganbindung in der Nähe von Bad Schandau unterwegs. Auch auf der Bastei war ich schon gefühlte 100 Jahre nicht mehr und hatte bisher bei weitem nicht alles gesehen. Deshalb war Etappe 4 eine der schönsten Etappen des Malerweges.

Der Malerweg ist wohl der berühmteste Wanderweg der Sächsischen Schweiz. Auf mehreren Tagesetappen wandert man ca. 112 km auf herrlichen Wegen durch urige Schluchten, über Höhenwege, vorbei an bizarren Sandsteinfelsen, entlang an plätschernden Bächen und durch finsteren Wald. Auf den Etappen kann man tatsächlich abwechslungsreiche Natur genießen. Manche Etappen verlaufen eher durch Wald, andere eher durch Schluchten, wieder andere verlaufen auf einem Kammweg und bieten wunderbare Aussichten in die Ebene und zu benachbarten Steinen.

Aktuelle Informationen findet man auf der Website des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. Ich habe die Etappenplanung des Tourismusverbandes an meine Bedürfnisse angepasst. Alle Etappen sind an den Anfangs- und Endpunkten mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Sehr hilfreich bei der Zeitplanung ist die Online-Fahrauskunft der VVO.

Alle meine Etappen sind unter Tour 272ff.: Wanderung Malerweg - Übersichtsseite zu finden.

Die 4. Etappe des Malerweges kann von beiden Seiten gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Die Tour wurde von Rathen nach Pirna gelaufen. Schattige Abschnitte im Wald wechseln sich ab mit sonnigen Strecken über Felder und Wiesen. Die Wanderung ist recht leicht zu laufen. Es gibt nur in Rathen einen Auf- und Abstieg. Danach sind eigentlich keine großen Höhen mehr zu überwinden. Die Wanderstrecke außerhalb der Ortschaften ist sehr gut ausgeschildert. In den Ortschaften haben mir Schilder an Abbiegungen und Straßengabelungen gefehlt. In Wehlen und Lohmen wäre ich ohne Navi mit Sicherheit falsch gelaufen. Da bräuchte man dann klassisches Kartenmaterial.

Rathen an der Elbe
Rathen an der Elbe
Felsenburg Neurathen
Felsenburg Neurathen

Die Wanderung beginnt am Bahnhof Kurort Rathen mit anschließender Fährfahrt über die Elbe. Der erste Abschnitt von Rathen bis zur Gaststätte auf der Bastei ist einer der Touristenmagnete in der Sächsischen Schweiz. Es lohnt sich, die Wanderung im Sommer früh gegen 6 oder 7 Uhr zu beginnen. Zu dieser Zeit ist man auf den Aussichtspunkten fast immer allein. Mit etwas Glück kann man herrliche Fotos der Morgenlandschaft oder wabernder tiefstehender Wolken über dem Elbtal machen. Man sollte – wenn man früh allein ist – ca. 1,5 Stunden für diesen Abschnitt einplanen.

Erster Anlaufpunkt ist die Tiedgesteinaussicht, die ich auf Etappe 3 abends besucht hatte. Der Weg ist komplett mit Holzstufen ausgebaut und recht breit. Mit der Morgensonne hatte es nicht geklappt. Stattdessen gab es Nebelschwaden über dem Tal und tiefhängende Wolken. Es sah totzdem beeindruckend aus. Vom Aussichtspunkt führt der Weg anschließend auf höheres Terrain mit weiteren Aussichtspunkten.

Zweiter Höhepunkt der Wanderung ist die Felsenburg Neurathen. Auch außerhalb der Kassenzeiten hat man Zugang und kann seine paar Euro in die Kasse des Vertrauens werfen. Die Höhenburg wurde im 13. Jh. gebaut und bestand bis 1469. In den 80er Jahren des letzten Jahrhundert wurde die Burg durch Bergsteiger rekonstruiert. Dabei wurde allerdings nicht die ganze Burg wieder aufgebaut, sondern die ehemaligen Standorte mit Stahlbrücken für Besucher verbunden, archäologisch erforscht und mit Infotafeln versehen. Heute kann man sich auf einem ca. 20-30 min Rundgang alles ansehen.

Bastei
Bastei
Stadt Wehlen
Stadt Wehlen

Gleich nach der Felsenburg überquert man die Basteibrücke. Netterweise gibt es nach der Brücke rechts einen Weg zum Aussichtspunkt Ferdinandstein, von dem aus man die Brücke selber sehen kann. Ansonsten könnte man die nämlich nur vom Elbufer oder vom gegenüberliegenden Rauenstein aus der Entfernung bewundern. Links von der Basteibrücke gibt es die Basteiaussicht. Diese Plattform war zum Zeitpunkt der Wanderung wegen Abbruchgefahr gesperrt. Man kann aber trotzdem nach unten schauen, nur halt nicht von der Spitze.

Anschließend geht es ein Stück die Straße entlang - vorbei am Panoramarestautant und den Hotelanlagen. Etwas weiter befindet sich ein großer Parkplatz, der erahnen lässt, wie viele Touristen an schönen Sonnentagen dieses Areal fluten. Sie müssen noch nicht einmal wandern, sondern können bis vor die Haustür fahren. Direkt vor dem Parkplatz biegt die Route an einem Picknickplatz links ab in den Fremdenweg. Weiter geht es über den Schwarzberggrund und den Schanzenweg zum Aussichtspunkt Schwarzberg und dann bergab zur Stadt Wehlen.

In Wehlen hätte ich mich ohne Navi verlaufen bzw hätte länger suchen müssen. Der Weg hinauf zum Plateau der Burgruine war schlecht ausgeschildert. Man läuft in Serpentinen einen Fußweg den Hang hinter den Häusern hinauf. Von oben hat man einen sehr guten Rundblick auf Wehlen, das Elbtal und die umliegenden Steine. Der Abstieg ist auf der elbabgewandten Seite an der rechten Ecke. Man kommt auf die Schlossberg Straße und läuft nach rechts in den Wald hinein auf dem Wehlener Grund. Hier fließt neben der Straße eigentlich der Grundbach, aber der war zum Zeitpunkt der Wanderung ausgetrocknet.

Und nun kommt der dritte Höhepunkt: Die Wanderung durch die Schluchten. Mit dem Zscherregrund geht es los. Der schmale aber gut gehbare Wanderweg führt tief unten zwischen den Sandsteinfelsen hindurch Richtung Norden. Die Vegetation in der feuchten Umgebung ist urig und üppig. Je nach Platz können auch Bäume wachsen. Niedrige Pflanzen bewuchern den Wegrand und die Felsen bis nach oben an die Felskanten. Auch bei warmem Wetter ist es kühl und recht dunkel. Immer wieder tröpfeln kleine Miniwasserfälle die Felsen herunter und bilden kleine Rinnsale, die im Grundbach verschwinden. Es dauert noch etliche 100 m bis der Bach tatsächlich Wasser führt.

Schleifgrund
Schleifgrund
Schleifgrund
Schleifgrund

Im Utterwalder Grund trifft man auf die kleine Gaststätte Waldidylle. Danach beginnt der Schleifgrund. Insgesamt 3 km geht es durch die Schluchten. Dann biegt die Wanderung links in den Brückwaldweg und verlässt nach Westen leicht bergauf die Schlucht. Rasch kommt man in grelles Tageslicht und wandert am Waldrand entlang neben Weideflächen zum ersten Ausläufer der Ortschaft Lohmen. Die Siedlung wird durchquert und es geht weiter auf einem Feldweg quer durch Wiesen. Vom Weg hat man Panoramasicht nach Westen. Schließlich kommt man zur verkehrsreichen Stolpener Strasse (S 164) und muss diese überqueren. Auf der anderen Seite führt die Strecke direkt nach Westen durch den Wald.

Die nächste Sehenswürdigkeit gibt es in ähnlicher Form möglicherweise mehrmals in Deutschland, ist mir aber noch nie irgendwo begegnet. Ein Weltkoordinatenpunkt. Hier ist der Schnittpunkt 51° N mit 14° O. An dieser Stelle kann man auch gleich rasten. smile Anschließend geht es weiter über Feldwege nach Mühlsdorf und dann immer auf dem Wesenitztalweg nach Westen an der Wesenitz entlang. Dieser Streckenabschnitt mit dem Wasserrauschen ist nochmal ein schöner Abschluss. Wenn man Glück hat, kann man hier auch Vögel am Wasser beobachten.

Wesenitz Umfliessung Daubemühle
Wesenitz Umfliessung Daubemühle
Wesenitz
Wesenitz

Am Ende des Tals kommt man an den Stadtrand von Liebenthal und hat Anschluss mit der Buslinie (G/L) Haltestelle "Liebethaler Grund". Ich bin dummerweise weitergelaufen, weil ich dachte, dass das folgen Stück entlang der Wesenitz noch schön wäre. Ist es aber nicht. Es ist alles Siedlungsgebiet und man muss auf der Straße laufen. Ich habe dann viel später den Anschluss vom Bahnhof "Pirna-Copitz Nord" nach Pirna genommen.

 

Zuletzt gewandert: 16.06.2017
Länge: ca. 22 km
Wanderzeit: ca. 8,5 h inkl. Pausen
Typ: Streckenkurs
Routenverlauf: Bahnhof Kurort Rathen, Tiedgesteinaussicht, Felsenburg Neurathen, Basteibrücke, Aussichtspunkt Ferdinandstein, Basteiaussicht, Fremdenweg, Schwarzberggrund, Schanzenweg, Schwarzberg, Stadt Wehlen, Plateau der Burgruine, Wehlener Grund, Zscherregrund, Utterwalder Grund, Gaststätte Waldidylle, Schleifgrund, Brückwaldweg, Lohmen, Weltkoordinatenpunkt, Mühlsdorf, Wesenitztal, Liebenthal, Bushaltestelle "Liebethaler Grund (G/L)"
Besondere Hinweise:
Warnung vor Mücken Warnung vor Sonne Warnung vor Zecken
Landschaft: Felslandschaft, grünlandgeprägte Kulturlandschaft, Waldlandschaft, Siedlungs- und Infrastrukturgebiet
Wegtypen: Landstraße (mit und ohne Gehweg)
Ortsstraße (mit und ohne Gehweg)
land- oder forstwirtschaftlicher Weg
Pfad
Wegbeschaffenheit: Asphalt, verdichteter Sand/Kies, Grasweg, wurzeldurchsetzter Waldweg

 

Kartenüberblick:

Karte für Tour 275: Wanderung Malerweg Etappe 4: Rathen-Pirna Nordstrecke

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 275: Wanderung Malerweg Etappe 4: Rathen-Pirna Nordstrecke

Fotos

   
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