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Diese Wanderung war etwas kompliziert aber dennoch interessant. Nicht unbedingt wegen der Gegend sondern wegen Überraschungen mit den Wegen. Doch dazu später. An- und Abreise erfolgten diesmal mit dem Bus. Daher sollte man sich schon vor der Wanderung über die letzten Abreisezeiten informieren. Die Wanderung verlief teilweise auf normalen Waldpfaden und daher sehr ruhig und ohne Touristengetümmel.

Die Wanderung habe ich geplant, weil ich eine Empfehlung hatte, unbedingt mal zu den Zschirnsteinen zu wandern. Also habe ich mir wie so oft das digitale Kartenmaterial genommen und zackzack eine schöne Wanderstrecke eingezeichnen. Soweit so gut. Die Wanderung wurde entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn an einem sonnigen Tag gewandert. Alles ging auch recht unverdächtig früh am Morgen los. Gleich am Ortsausgang von Reinhardtsdorf konnte ich etliche Tiere beobachten, darunter einen Hase, einen Turmfalken und diverse Vögel, die sich artig für mich in Pose setzten. Allerdings meist ziemlich weit weg. undecided 

Mümmelmann
Mümmelmann
Turmfalke
Turmfalke

Der Weg führt zunächst auf einem Feldweg vorbei an Weiden und dann am Panoramahotel (rechter Hand) hinein in den Wald. Lt. Karte führte ein Verbindungsweg vom Mühlweg zum Prölitzschweg. Das ist auch so, aber dabei handelt es sich um einen kaum sichtbaren Pfad im Gras. Vermutlich ein zugewachsener ehemaliger Waldweg. Auf dem Prölitzschweg ging es dann entlang am Prölitzschbach durch den Prölitzschgrund. laughing Schließlich kommt eine Rechtskurve und man schwenkt auf den Wiesenweg ein. Nach Karte hätte man vom Wiesenweg ab einen Pfad zum Fuß des KleinernZschirnstein nehmen können und dann um den Stein herumwandern zum Aussichtspunkt. Den Pfad gab es anfangs auch, aber er war aufgegeben und wurde immer verwachsener und steiler. Letztendlich hatte ich bloß die Wahl, zurückzugehen und neuplanen oder das restliche Stück noch durchhalten. Ich bin den Weg weitergelaufen, aber man könnte ihn getrost aus dem Kartenmaterial streichen.

Hinweis: Ich habe den Abschnitt des aufgegebenen Wegen aus dem Track gelöscht. Praktisch hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man geht so wie im Track vom Wiesenweg den Pfad nach links zum Zschirnsteinaufgang oder man geht den Prölitzschweg weiter geradeaus (anstatt rechts abzubiegen), kommt dann auch auf den Wiesenweg in die andere Richtung, läuft weiter bis zur Wegkreuzung und biegt rechts in den Schlosserhübelweg ein. Der führt auch zum Zschirnsteinaufgang. Ich empfehle letzteres.

Sonnenstrahlen im Wald
Sonnenstrahlen im Wald
Blick vom Kleinen Zschirnstein
Blick vom Kleinen Zschirnstein

Der Zugang zum Kleinen Zschirnstein führt zu einem Rundwanderweg mit der Wegmarkierung Gelber Punkt. An der Weggabelung zwischen Zugangsstraße und Rundweg ist ein schöner Pinknickplatz. Oben auf dem Kleinen Zschirnstein gibt es ein paar Aussichtspunkte. Der Weg ist manchmal nicht so leicht anhand der Wegmarkierung zu finden. An dem Tag war ich sehr froh über mein Navi. Der Rückweg führt auch wieder über die Zugangsstraße.

Man gelangt wieder zur Wegkreuzung mit dem Schlosserhübelweg und biegt diesmal nach rechts in den Schifferweg. Nach knapp 300m geht links ein Waldweg Richtung Süden. An gleicher Stelle befindet sich auch eine Wildbrethöhle. Diese Höhle, auch Wildbretkeller genannt, wurde durch übereinander gefallene Sandsteinbrocken gebildet. Bis ins 18. Jahrhundert wurde hier bei königlichen Hofjagden das erlegte Wild gekühlt gelagert, bis man es abtransportiert hat.

Blick in den Wald
Blick in den Wald
Eichhörnchen
Eichhörnchen

Geht man dann den Weg nach links, findet man gleich einen Aussichtspunkt-Wegweiser nach links zu einem steilen Weg nach oben. Diese atemraubende Kraxelei war völlig umsonst, denn der Aussichtspunkt bot keine Aussicht. Und in meiner Grummeligkeit habe ich noch einen Fehler gemacht, den ich später sehr bereut habe. Ich habe nicht bemerkt, dass man vom Aussichtspunkt hätte nur 300 m nach recht laufen müssen und schon wäre man am Zugang zum Großen Zschirnstein. frown

Hinweis: Meinen gerade erwähnten Fehler nicht nochmal machen. Einmal reicht für die Menschheit.

Tja, was habe ich nun stattdessen gemacht? Ich bin vom Aussichtspunkt enttäuscht wieder nach unten gestiefelt und den Weg weiter um den Großen Zschirnstein herum. Was ich da noch nicht wusste war, dass alle in der Karte eingezeichneten Wege nach oben zum Zschirnstein nicht (mehr) begehbar waren. Vielleicht waren auch einige Kletterwege dabei. Jedenfalls musste ich über einen schier endlosen Pfad um den Felsen in weitem Bogen herum gehen. Der Pfad besaß keine gute Beschaffenheit, war aber grundsätzlich noch in Ordnung.

Nachdem ich also meine 1-stündige Ehrenrunde gedreht hatte gelangte ich zu der Weggabelung, wo ich vom Aussichtspunkt auch hätte nach 10 min sein können. yell Ein Stückchen weiter Richtung Gipfel kommt man an einem zugewachsenen Basaltsteinbruch vorbei. Basalt wurde früher zum Straßenbau verwendet. Er hat seinen Ursprung in vulkanischer Aktivität im Tertiär, als Lava durch die Sandsteinplatte brach und oberflächlich erkaltete. Beim Kontakt der Lava mit dem Sandstein bildeten sich damals auch Brauneisenkrusten, die im Mittelalter am Zschirnstein abgebaut und verhüttet wurden.

Schilfgras mit Teich auf dem Grossen Zschirnstein
Schilfgras mit Teich auf dem Großen Zschirnstein
Historische Triangulationssäule Zschirnstein
Historische Triangulationssäule Zschirnstein

Der erste Aussichtspunkt auf der Felsenkette ist am Kleinen Zschirnsteinturm. Danach kommt man zum Großen Zschirnstein mit Rastplatz und Schutzhütte.

Auf dem Großen Zschirnstein befindet sich als Sehenswürdigkeit eine historische Triangulationssäule. Sie wurde 1865 erbaut und diente als ein Punkt von vielen bei der Landvermessung. Wie auch in Preußen wurde in Sachsen mit anpeilbaren Referenzpunkten ein Dreiecksnetz aufgebaut. Über die Winkelmessung der Dreiecke konnte über die Landkarte ein genaues Lagenetzwerk gelegt werden.

Vom Großen Zschirnstein bin ich anhand meines Kartenmaterials noch zu einem weiteren Aussichtspunkt nach Norden gegangen, aber hier war der Weg schon ziemlich verwachsen. Der Aussichtspunkt ist noch da, aber ich vermute, man hat den Weg aufgegeben oder er ist nur etwas für ortsansässige Insider. Denn schließlich kam dann noch eine unangenehme Überraschung. Mein ausgesuchter Weg nach unten bestand aus einem sehr steilen Pfad, der auch keinen allzu gepflegten Eindruck machte und evtl. auch schon aufgegeben wurde. Also das elektronische Kartenmaterial war für die Zschirnsteien wirklich nicht besonders toll.

Hinweis: Wandert besser die alternative Stecke. wink

Der Rückweg nach Schöna war kinderleicht. Eine schnurgerade breite befestigte Waldstraße, der Marktweg. Man kommt zur Siedlung Reuterhog am Waldrand, durchquert dann landwirtschaftliche Flächen und landet in Schöna am Buswartehäuschen.

 

Zuletzt gewandert: 19.06.2017
Länge: ca. 17 km
Wanderzeit: ca. 5:15 h mit ca. 2 h Pausen
Typ: Streckenkurs
Routenverlauf: Reinhardtsdorf, Kleiner Zschirnstein, Wildbretkeller, Basaltsteinbruch, Großer Zschirnstein, Reuterhog, Schöna
Besondere Hinweise:
Warnung vor Mücken Warnung vor Sonne Warnung vor Zecken
Landschaft: Felslandschaft, ackergeprägte Kulturlandschaft, grünlandgeprägte Kulturlandschaft, Waldlandschaft, Siedlungs- und Infrastrukturgebiet
Wegtypen: Ortsstraße (mit Gehweg)
Ortsstraße (ohne Gehweg)
Gehweg
land- oder forstwirtschaftlicher Weg
Pfad
Wegbeschaffenheit: Asphalt, Kopfsteinpflaster, verdichteter Sand/Kies, Schotterweg, Grasweg, wurzeldurchsetzter Waldweg

Kartenüberblick:

Karte für Tour 279: Wanderung Reinhardtsdorf - Zschirnstein - Schöna

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 279: Wanderung Reinhardtsdorf - Zschirnstein - Schöna

 

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